Mazerate – Kalte Ölauszüge

Wildpflanzenöle entdecken –
Tor zum Reich der Wildpflanzen

Die Ölmühle Aichbaindthof bietet Ihnen neben den Basisölen Wildpflanzenöle, welche durch den kalten Ölauszug gewonnen werden. 

Nach Abschluss des Herstellungszeitraumes können diese Öle bei uns erworben werden. 

Auf der Preisliste ist vermerkt, ab wann ein Ölauszug erhältlich ist. 

Wildpflanzen erscheinen dort, wo sie ihre Wesenskräfte unter den vorhandenen Bedingungen optimal entwickeln können. Sie wachsen immer sinnvoll am entscheidenden Platz oder ziehen sich zurück, wenn diese Bedingungen nicht oder nicht mehr vorhanden sind.  In dieser kraftvollen Entwicklung zeichnen sie sich durch den höchsten Nährwert gegenüber kultivierten Pflanzen aus. Wild wachsende Pflanzen sind somit Boten für die Bedingungen des Lebensraumes von Mensch und Tier in dem sie gedeihen. So  lade ich gerne ein zu schauen, was im eigenen Lebensumfeld häufig wächst. Die Pflanze ist die Antwort auf die Lebensbedingungen, die sie vorfindet.

Im Folgenden eröffnet sich uns ein Tor, durch das ich einladen möchte zu gehen, ein Tor in das Reich der Wildpflanzen. Es öffnet sich jedem in unmittelbarer Begegnung  in der Natur. Der kalte Ölauszug schenkt uns die Möglichkeit, uns mit diesen Pflanzenkräften auszutauschen und sie für unseren körperlichen, seelischen und geistigen Stoffwechsel unterstützend anzuwenden.

Im kalten Ölauszug kommt eines der eigens und unter 37°C hergestellten kaltgepressten Basisöle zum Einsatz, das Sonnenblumenöl. Es ist am längsten haltbar in unserem Sortiment. Dort lege ich die gesammelten Pflanzenteile nun ein, die ich um die Mittagsstunde geerntet habe. In 900 Metern Höhenlage gedeihen diese Pflanzen, in einer Umgebung, welche seit fünf Jahren frei von Gülledüngung ist und landwirtschaftlich ruht.

Alle Pflanzenteile werden frisch und äußerlich gut trocken  in einem Braunglas vom Öl vollständig bedeckt und in Ruhe gelassen. Das Braunglas schützt das Öl vor Lichteinwirkung.

Ein Umwandlungsprozess von ca. 3 Monaten setzt ein, um jene reichhaltigen Stoffe der Wildpflanze wie Mineralien, Spurenelemente, Vitamine, Flavonoide, Carotinoide und selbstverständlich die Öle und Duftstoffe, die sogenannten Aromen in Öl zu lösen. Ausnahme sind Gerbstoffe, welche sich nicht in Öl lösen lassen. Der Wandlungsprozess vollzieht sich in der Stille und baut das Basisöl um und um. Es entsteht ein ebenso lebendiges, kaltes und vollwertiges Pflanzenöl, welches nun ganz die Eigenschaften der eingelegten Pflanze enthält.

Es ist Kraft der Pflanze ein mildes Öl. Es ist reizärmer gegenüber Ölen, welche durch Destillation gewonnen wurden und findet  innerliche als auch äußerliche Anwendung. Ob Speiseöl oder Pflegeöl, für die Hautpflege, für Wickel und Einreibungen oder für die weitere Verwendung in Seifen, schenken uns diese Pflanzenöle ihre wertvolle und vollwertige Zuwendung.

Ausnahme: Für Beinwell beschränkt sich die Anwendung des Öles an dieser Stelle vertretbar auf die äußere Anwendung.

Ich möchte ergänzend bemerken, dass diese Öle ein anderes Duft- und Geschmackserlebnis zeigen, als unter Wärmeeinfluss destilierte ätherische Öle. Was die Pflanze hier ins Öl hineinwebt ist nicht erwärmt worden. Es ist ihre Note im kalten Ölauszug.

Haltbar sind die nun gewonnenen Wildpflanzenöle für ein weiteres Jahr.

Viel Freude am Entdecken!

Zu unseren diesjährigen wilden Ölen aus Ölauszügen zählen:

Birkenöl:

Dieser Baum nimmt in seinem Erscheinen die ganze Spanne des Erdenlebens von der Geburt bis zum Tod hinein. Sein frühes Treiben kündet den Frühling an und er strotzt biegsam vor Kraft und Saft. Hingegen seine Baumrinde, dass äußerste am Baum auf das Ende, auf Zersetzung hinweist. Alles Organische hat sich weiter zurückgezogen als bei andere Baumrinden.

Fichtenspitzenöl:

Die Fichte birgt in ihrem Wesen erdende Kräfte, die Licht und Freude hindurchlassen, und das uns bestärkt, uns lösend aus innerlich befangener Unruhe zu befreien. Immergrün erscheint sie uns beweglich und stabil zugleich.

Schafgarbenöl:

In ihrer blättrigen Feingliedrigkeit und in ihrer Vereinigung vieler Blüten im Korbe verbindet Schafgarbe die äußersten Gegensätze ausgleichend und entkrampfend. Es bedarf des klaren Unterscheidungsvermögens der gegensätzlichen Pole einer Sache, um den goldenen Weg, die Mitte zu erkennen und zu bejahen. 

Melissenöl:

Mit besänftigender Milde und beruhigend kann uns dieses Kraut in nervösen Lebenstiefen begegnen. In der Zugewandtheit liegt ihre großzügige Stärke. 

Calendulaöl: 

Die Ringelblume hat anhaltende und erwärmende Leuchtkraft inne, weit bis in die Novemberkälte hinein. Der klebrige Balsam zeigt schon beim Pflücken etwas von seiner herausragenden, verschließenden Kraft bei Wunden.

Brennesselsamenöl:

Dieses bekannte Blattkraut brennt sich mit jeder unvorhergesehenen Berührung uns förmlich in Erinnerung. Ihr Wesen befeuert alles, was sich in uns überwinden, erneuern und reinigen will. Sie wirkt ordnend. 

Johanniskrautöl:

Lichtbringer ist dieses Kraut und vermittelt damit die Speicherung und Umwandlung von Licht in Nervenkraft. Sein erhellendes Wesen schenkt innere Stabilität. 

Beinwell:

"Bein" zu Althochdeutsch Knochen und "well" stehend für wallen, zusammenwachsen verweist auf die seit der Antike bedeutsame Pflanze in der Verwendung rund um den Knochen, von der Prellung bis zum Bruch, vom Muskelkater über die Zerrung,  bis zur Entzündung und Durchblutungsstörung.  Dieses kräftigende Kraut, welches nach jedem Rückschnitt in den Gartenmonaten immer wieder energisch nachwächst verfügt über eine Brisanz auf Verfestigungen  und Verhärtung lösend zu wirken.

Beifuß:

Artemesia, Kraut der Göttinen und benannt nach ihrem Vorbild, der Göttin Artemis, zeigt sich weiblich anregend für innere und äußere Stoffwechselvorgänge, als Gewürz in deftigen Speisen oder für die Haut. Die aus der Entkrampfung entstehende Ruhe lässt sich am schönsten in einem Fussbad oder einer Massage mit diesem Öl zum Ausdruck bringen. 

Weißtanne:

Die Königin der Nadelbäume schenkt uns ihre wärmende Hülle in winterlicher Zeit und lässt uns tief zur Ruhe kommen, hinein bis in unsere Herzensmitte. Innige Lebenskraft und Verbundenheit mit der Natur des Waldes klingt wieder in uns an. Auffallend im kalten Ölauszug entlässt die Weißtanne ihren Duft erst auf der Haut.